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Scrum Mother: Mein Leben in Sprints

Monika Maruschka | 11. Mai 2022


Du hast Dir in letzter Zeit eine Aufgabe vorgenommen, aber dann doch nicht erledigt, so wie ich den nächsten Beitrag der Scrum Mother in diesem Blog? Herzlichen Glückwunsch, Du bist agil – und ich erkläre Dir hier warum.

 

Du hast 100prozentig in der Zeit, in der Du diese Aufgabe nicht erledigt hast, nicht nichts gemacht. Sondern etwas anderes. Und dieses andere hast Du gemacht, weil es WICHTIGER war.


Für die weniger agil Geschulten unter uns aber erst einmal kurz die groben Basics. Wie und wann werden Aufgaben in Scrum überhaupt vergeben bzw. erledigt?

Für jedes Vorhaben (aka Familienleben) gibt es Aufgaben, die für einen erfolgreichen Abschluss getan werden müssen. Diese Aufgaben befinden sich im sogenannten Backlog. Das Vorhaben wird in sogenannten Sprints angegangen, die nicht länger als drei Wochen dauern dürfen. Am Anfang des Sprints wird festgelegt, welche Aufgaben aus dem Backlog in diesem Abschnitt erledigt werden. Soweit die Theorie…


Und was sich im Agilen so dynamisch anhört, nämlich „Sprint“, fühlt sich im echten Leben auch wirklich so an: Du eilst durch die Woche und erledigst, was für Deine Familie wichtig ist.

Für mich hat sich die Dauer von einer Woche als optimale „Familiensprintlänge“ bewährt – im Unterschied zu vielleicht Softwareentwicklungs-Projekten, gibt es bei uns ja viele Aufgaben, die wöchentlich wiederkehren: Wohnungsputz, Fahren zum Fußballtraining, Einkauf etc.


Und dann gibt es diese Themen, wie einen Blog-Beitrag für changefication schreiben, ein Geschenk für die Schwiegermutter besorgen oder die Abstellkammer aufräumen.

Und wie Ihr sicher auch schon festgestellt habt: Das Familien-Backlog ist eigentlich immer voll – meistens kommt mehr rein, als raus geht. Und das ist dann eben auch der Grund, warum Ihr hier so lange auf diesen Beitrag warten musstet.

Denn spätestens wenn ich mehr Aufgaben habe als Zeit im Sprint, muss ich priorisieren. Eine Sache, die ich am agilen Arbeiten wirklich sehr zu schätzen gelernt habe.


Ich werde hier mal konkreter:

Im Februar, als der nächste Beitrag anstand, traf uns pünktlich zum Valentinstag Covid. Ich gebe zu, die Wochen, die dann folgten, hatten mit Sprints gar nichts zu tun – im Gegenteil. Und der Krieg in der Ukraine senkte die Kapazitäten erneut, da Familienzeit und Gespräche sich im Sprint wiederfanden und wenig Haushalt.

Nach erfolgreicher Freitestung stauten sich im Familienbacklog die Aufgaben, die unbedingt in die aktuellen Sprints mussten: Mathearbeit vorbereiten, die Wohnung auf Vordermann bringen, Arztbesuche für die letzten Symptome erledigen.

Bis diese Aufgaben soweit abgearbeitet waren, dass es einen Sprint/ eine Woche gab, in der ich den Beitrag hätte schreiben können, stürzte meine Mutter, die 400km entfernt wohnt, und musste operiert werden. Also Home Office im Schwarzwald zur Unterstützung und Freeze für große Teile des Backlogs.


Aber hier bin ich nun, genesen und habe geschrieben. Unser Backlog ist auf einem aktuellen Stand.

Agil nehmen wir also mit: Etwas „Nicht zu schaffen“ heißt eigentlich, dass man es neu priorisiert hat. Das ist agil und keine Schwäche.


Das nächste Mal sag nicht einfach „Ich habe keine Zeit“, sage „das hat keine Priorität“ (unter agilen Menschen vielleicht auch „Diese Aufgabe bleibt derzeit noch im Backlog“).

Ich mache das mal vor: Dieser Beitrag hatte in den letzten Wochen keine Priorität für mich, aber jetzt – geschrieben am Muttertag – war er mir wichtig.


Wir sehen uns, sobald es für uns Priorität hat.  😉


Viele Grüße

Scrum Mother

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